HPV-Impfung: eine Entscheidungshilfe

Was ist eine HPV-Infektion?

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillom-Viren.

HP-Viren kommen nur beim Menschen vor und befallen Zellen der Haut und Schleimhaut. Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt meist von selbst aus. Selten löst sie jedoch nach Jahren bis Jahrzehnten eine Krebserkrankung aus.

Es sind über 200 verschiedene Typen von HP-Viren bekannt. Etwa 40 HPV-Typen können zu Infektionen von Haut- und Schleimhautzellen im Genitalbereich führen und sind sexuell übertragbar. Dabei steckt man sich nicht über Körperflüssigkeiten, sondern über (Schleim-)Hautkontakt an, oft beim Geschlechtsverkehr.

Weil die Viren sehr verbreitet sind, infizieren sich nach Schätzungen bis zu 90 % der sexuell aktiven Mädchen und Frauen.

Doch keine Sorge, wie gesagt heilt diese Infektion meist nach 1-2 Jahren unbemerkt und folgenlos aus.

Das heißt: Gebärmutterhalskrebs ist eine sehr seltene Folge einer häufigen Infektion.

Die HPV-Impfung

Seit August 2017 sind nur noch die Impfstoffe Cervarix und Gardasil 9 auf dem deutschen Markt. Cervarix wirkt ausschließlich gegen HPV 16 und 18, die für etwa 60 bis 70 % aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind. Der Wirkstoff bietet keinen Schutz vor Feigwarzen. Gardasil 9 schützt vor insgesamt 9 HP-Viren, die für insgesamt etwa 75 bis 90 % aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind. Er schützt auch vor Feigwarzen.

Die Impfung wirkt nicht gegen schon bestehende HPV-Infektionen oder vorhandene Feigwarzen.

Die Ständige Impfkomission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen im Alter von 9-14 Jahren, spätestens aber bis zum 18. Geburtstag sollte sie durchgeführt sein. Und die vollständige Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Dafür übernehmen die Krankenkassen die Kosten.
Wenn eine Frau bereits mit HPV infiziert ist, macht nach heutigem Wissen die Impfung keinen Sinn mehr.

Was wissen wir über den Nutzen der Impfung?

Studien zeigen, dass die Impfung sehr gut vor Infektionen mit den HP-Viren schützt, gegen die der jeweilige Impfstoff wirkt. Dadurch treten seltener Zellveränderungen am Gebärmutterhals – sogenannte Dysplasien oder Krebsvorstufen – auf und das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinkt.

Wird die HPV-Impfung im Alter von 15 bis 26 Jahren durchgeführt sinkt das Risiko für jegliche Arten von Krebsvorstufen von 559 auf 391 pro 10.000 Frauen.

Bislang geht man von einem Impfschutz von mindestens 8 Jahren aus

Das ist noch wichtig zu wissen!

Kondome schützen vor der Ansteckung, aber nicht vollständig

Selbstverständlich schützt die Impfung nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Impfungen schützen nicht vor allen HPV-Typen

Deshalb bleibt die regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchung wichtig, bei der Zellveränderungen erkannt werden können.

Weiterführende interessante Informationen zur HPV-Impfung finden Sie unter folgenden Links:

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